Altern in Würde: Cannabis-Anwendungen für Senioren

Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis in der Geriatrie

Der Einsatz von Cannabis in der Medizin ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Insbesondere bei der Behandlung von Beschwerden älterer Menschen zeigt die Pflanze jedoch vielversprechende Ergebnisse. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf die Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis in der Geriatrie, beleuchten Vor- und Nachteile und räumen mit einigen gängigen Mythen auf.

Grundlegende Informationen über CBD und Cannabis

Cannabis Sativa ist eine Pflanze, die für medizinische, industrielle und Freizeitzwecke genutzt wird. Zwei ihrer bekanntesten Inhaltsstoffe sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Während THC psychoaktive Wirkungen hat, verursacht CBD keine Rauschzustände und wird vor allem für seine potentiellen gesundheitlichen Vorteile geschätzt.

Historische Verwendung von Cannabis

Die heilende Wirkung von Cannabis ist seit Jahrtausenden bekannt. So wurde die Pflanze beispielsweise im alten China als Schmerzmittel und Entzündungshemmer genutzt. In der westlichen Medizin hat Cannabis seit dem 19. Jahrhundert einen festen Platz gefunden und wurde unter anderem zur Linderung von Schmerzen, Krämpfen und zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse

Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Cannabis und insbesondere CBD bei verschiedenen Alterbeschwerden helfen können. Dabei spielt das Endocannabinoid-System eine wichtige Rolle, das bei vielen körperlichen Prozessen beteiligt ist, wie zum Beispiel der Schmerzwahrnehmung und Entzündungsreaktionen.

  • Schmerzmanagement: Cannabis kann bei chronischen Schmerzen helfen und ist oft wirksamer als herkömmliche Schmerzmittel.
  • Schlafprobleme: Viele ältere Menschen leiden unter Schlafstörungen. Cannabis kann helfen, die Schlafqualität zu verbessern.
  • Appetitanregung: Bei älteren Menschen, deren Appetit aufgrund von Krankheiten oder Medikamentennebenwirkungen eingeschränkt ist, kann Cannabis den Appetit anregen und so zur Gewichtszunahme beitragen.

Verschiedene Anwendungsformen von Cannabis

Cannabis kann in verschiedenen Formen angewendet werden, je nach Krankheitsbild, individuellen Vorlieben und Einschränkungen.

  • Rauchen/Vaporisieren: Durch das Einatmen des Cannabisses gelangen die Wirkstoffe direkt in den Blutkreislauf und wirken schnell.
  • Öl: Cannabisöl wird unter die Zunge getropft und wirkt innerhalb von 15-30 Minuten. Es ist eine gute Alternative für Menschen, die das Rauchen vermeiden wollen oder müssen.
  • Kapseln: Wer es ganz klassisch mag, kann auch Kapseln mit Cannabisextrakt einnehmen. Diese müssen allerdings erst über den Verdauungstrakt wirken und benötigen daher länger, bis die Wirkung eintritt.

Rechtliche Rahmenbedingungen

In Deutschland ist der Einsatz von Cannabis als Medizin seit 2017 unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Es muss von einem Arzt verschrieben werden und die Kosten werden unter Umständen von der Krankenkasse übernommen. Es ist wichtig zu wissen, dass der Eigenanbau von Cannabis weiterhin illegal ist.

Fazit

Es gibt viele Gründe, warum Cannabis in der Geriatrie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Obwohl weitere Studien notwendig sind, um alle Wirkungsweisen und Potenziale vollständig zu verstehen, zeigen die bisherigen Erkenntnisse, dass Cannabis vielen älteren Menschen dabei helfen kann, ihre Lebensqualität zu verbessern. Wie immer gilt: Eine Therapie sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingeleitet werden.